Mit dem Rabbi die Tora lesen
Mit Dr. Tanya Smolianitski,
Vorsitzende des Rabbiner-Brandt-Vereins
15. April 2026
Lehrhaus im Annahof - 18.00 bis 19.30 Uhr
Augsburg
Die beiden Paraschen TASRIA (Lev 12,1–13,59) und MEZORA (Lev 14,1–15,33) machen es den Leserinnen und Lesern nicht leicht. Ihr Inhalt wirkt befremdlich. Beide Textabschnitte handeln von Personen oder Gegenständen, die unrein und deshalb kultunfähig sind. Dabei werden angeführt: eine Frau nach der Geburt, Aussatz an Mensch und Tier, Pilzbefall von Kleidung und Gebäuden. Hinter diesen kultischen Regelungen dürften vielfach gesundheitliche Vorsichtsmaßnahmen stehen. Die beiden Paraschen sprechen von der Wiedereingliederung in den Kult und damit von der erneuten Teilnahme am öffentlichen Leben. Die Rabbinen haben das Thema der Kultunfähigkeit gerne auch im übertragenen Sinne ausgelegt: Das böse Wort, üble Nachrede, Falschaussagen sind es, die den Menschen unrein machen. Es ist ein respektvoller Umgang mit den Mitmenschen, der den, der sich verfehlt hat, wieder in die Gemeinde zurückführt.
